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In dieser Ausgabe:
Japan als Seemacht (1):
Als die ersten europäischen Kriegsflotten im Fernen Osten
eintrafen, waren Seekriege unter den dortigen Mächten nicht
unbekannt. Wie England, so war auch das insulare Japan früh das
Ziel von asiatischen Kontinentalmächten, die sich über See
auszubreiten versuchten. Im Jahre 1273 und wieder 1279 hatte
Kublai Khan von Korea und China aus versucht, nach Japan
einzufallen. Japan hätte als große Handelsnation mit
geographischen Vorteilen das »Großbritannien des Fernen Ostens«
werden können. Stattdessen zog es vor, den Handel abzuschrecken
und fremden Einfluss jeder Art auszuschließen. Für 250 Jahre
umgab ein Bambusvorhang Japan. Erst die Westmächte brachen
schließlich durch den japanischen Bambusvorhang und zeigten den
Japanern, die diesmal weit besser für diese Rolle ausgerüstet
waren, den Weg zu Eroberungen. Die strategischen Probleme, die
Japan nach 1870 vor sich sah, glichen in vieler Hinsicht denen
Großbritanniens. Beide waren Inselnationen, den Kontinenten
vorgelagert. Japan war gegenüber Russland und China in einer
gefährlichen Lage, und was Japan am meisten zu fürchten hatte,
war Chinas Aufstieg zur Seemacht und Russlands Suche nach
eisfreien Häfen.
Die Seemächte im 17. und 18. Jahrhundert (3. Teil):
Der Siebenjährige Krieg, Quebec-Feldzug.
Der Siebenjährige Krieg ist häufig nur als Auseinandersetzung
zwischen Friedrich von Preußen und Maria Theresia von Österreich
unter der Bezeichnung »Dritter Schlesischer Krieg« bekannt. In
Wirklichkeit war er ein Weltkrieg, der in
Mitteleuropa,
Nordamerika,
Indien,
der
Karibik
sowie auf den Weltmeeren ausgefochten wurde. Für Großbritannien
und Frankreich ging es hierbei auch um die Herrschaft in
Nordamerika und Indien.
Tradition:
Shanties.
Shanties, in welcher Form auch immer, sind allgemein bekannt.
Sie waren Arbeitslieder
und wurden ursprünglich auf den Segelschiffen bei bestimmten
Tätigkeiten gesungen. Shanties
haben viel mit den Liedern gemeinsam, die die Farbigen, vor
allem die Baumwollstauer in den Südhäfen der USA, sangen.
Manches Lied wurde später als Shanty auf den Tiefwasserseglern
heimisch. Sie entstanden aus einem Bedürfnis nach Erleichterung
der Arbeit.
Arabischer Ursprung europäischer Karten,
von Prof. Dr. Fuat Sezgin:
Mit der Annahme der Kugelform der Erde im 5. und 4. Jahrhundert
v. Chr.,
dem ersten Versuch der Erdmessung im 3. Jahrhundert v.
Chr und der Übertragung der babylonischen Einteilung des
Sternenhimmels in 360
º
im Großkreis auf die Erde, schufen die
Griechen die Grundlagen für ein mathematisches Erfassen der
bekannten Erdoberfläche. Das geometrische Bild der Erde trat
langsam aus dem Nebel der Unwissenheit hervor. Die
kartographische Leistung des Marinos und die Geographie des
Ptolemaios erreichten den arabisch-islamischen Kulturkreis zu
Beginn des 9.
Jahrhunderts, zu einer Zeit, als sich dieser nicht nur vom
Atlantik bis nach Indien erstreckte, sondern in der auch seine
Angehörigen bei der Aneignung der von anderen Kulturvölkern
übernommenen Wissenschaften bereits an der Schwelle ihrer
Kreativitätsperiode standen. Der Kalif al-Ma'mūn, der alle
Gebiete der Wissenschaften seiner Zeit förderte, erteilte einer
großen Gruppe von Gelehrten den Auftrag, eine neue »Geographie«
und eine Weltkarte zu schaffen.
Bücher:
Kamila Shamsie:
Verglühte
Schatten.
Roman. Aus dem Englischen von Ulrike Thiesmeyer. Verlag
Bloomsbury, Berlin 2009. 477 S., Fr. 37.90. -- Bereits das erste
Bild im Prolog zu Kamila Shamsies neuem Roman «Verglühte
Schatten» brennt sich einem in die Retina: Ein Mann - seinen
Namen, seine Herkunft, sein Alter kennen wir nicht - wird
entkleidet und in den orangeroten Overall gesteckt, der ihn
sofort als Insassen von Guantanamo und damit als islamistischen
Terroristen kenntlich macht. Mit dieser Szene aber ist man schon
mittendrin: zum einen in der von ihrem Ende her rekonstruierten
Geschichte eines Mannes, der selber nicht versteht, wie es so
weit kommen konnte; zum anderen in der grundlegenden Frage, nach
welch fatalen Mustern die Wahrnehmung des Anderen funktioniert.
Ilija Trojanow, Ranjit Hoskoté:
Kampfabsage. Kulturen bekämpfen
sich nicht, sie fließen zusammen.
Übersetzt von Heike Schlatterer.
Taschenbuch, Broschur, 240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm,
München 2009,
ISBN: 978-3-453-60095-9, € 8,95 [D], € 9,20 [A], CHF 16,90. --
Der Kampf der Kulturen findet nicht statt! Von allen
Schlagworten, die seit dem Ende des Kalten Krieges die Welt zu
erklären versuchen, ist das vom KAMPF DER KULTUREN das
prägnanteste und zugleich verheerendste. Mit ihm wurden weltweit
neue Feindbilder geschaffen und Konflikte geschürt.
Bestsellerautor Ilija Trojanow und der indische Dichter und
Kulturkritiker Ranjit Hoskote entlarven die Unsinnigkeit dieser
These.
Armin
Wolf:
»Homers Reise«.
Auf
den Spuren des Odysseus. Böhlau Verlag, Köln 2009. 410 S.,
Abb., geb., 34,90 €.-- Welche Art von Wirklichkeit oder gar
Wahrheit die homerischen Epen in sich bergen, ist seit der
Antike umstritten. Zuletzt stand dabei die „Ilias“ im
Mittelpunkt, die Frage nach der Größe des bronzezeitlichen
Troja, nach dem historischen Kontext der Schilderungen und der
Heimat des Dichters. Der räumliche Horizont der Debatte blieb
notwendig beschränkt, es geht um den nordwestlichen
beziehungsweise den südöstlichen Rand Anatoliens. Doch die frühe
griechische Welt war viel größer und der »Ilias«-Dichter kannte
nur einen kleinen Teil von ihr. Da kommt »Homers Reise« gerade
recht. Der gelernte Mittelalterhistoriker Armin Wolf hat vor
über vierzig Jahren zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen
Bruder Hans-Helmut, einem Architekten, den »Weg des Odysseus« zu
rekonstruieren versucht, über mehrere Bearbeitungen entstand
schließlich die vorliegende, stark überarbeitete Neuausgabe
Fuat Sezgin:
Geschichte des arabischen Schrifttums, Band X-XII,
Mathematische Geographie und Kartographie im Islam und ihr
Fortleben im Abendland,
Historische Darstellung und Kartenband, erschienen im April
2000. Bestelladresse: Institut für Geschichte der
Arabisch-Islamischen Wissenschaften an der Johann Wolfgang
Goethe-Universität, Westendstrasse 89, 60325 Frankfurt am Main,
Gesamtpreis für Abonnenten Euro 250; Gesamtpreis im Buchhandel
Euro
370.
Zu guter
Letzt:
Die toten Feuerländer treten ihre letzte Reise an«,
von Benno Gasser, Redaktor, Tages-Anzeiger, Zürich: 1882
starben in Zürich fünf Chilenen, die Teil einer Völkerschau
waren. Die sterblichen Überreste werden nun in ihre Heimat
überführt. Sie wurden 1882 nach Zürich gebracht, um im
Plattentheater am Zürichberg die Leute zu unterhalten.
Die nächste Ausgabe der »kompassrosen« lesen Sie hier am 1.
November 2010

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