Windrose 1547

 

 

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«kompassrosen»?

 

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12. Jahrgang.                                 Letzte Aktualisierung: 1. November 2011

 

Wenn Sie den Mauszeiger auf eine Abbildung legen, erscheint eine Bildlegende.

Beiträge zur Geschichte der Seefahrt, der
 Entdeckungen und der Eroberungen


Die kompassrosen können im PDF-Format gratis gelesen und ausgedruckt werden. (Klicken Sie hier *)

 

Der Nopalbaum, 3. Teil


Abstract:

Die spanische Eroberung Mexikos (1519–1521) führte zum Untergang des Reiches der Azteken und begründete die Herrschaft der Spanier über Mittelamerika. Entscheidend für den Erfolg der Spanier waren dabei ihre überlegene Waffentechnik, die Anfälligkeit der indigenen Bevölkerung für die von den Eroberern eingeschleppten Krankheiten und die Ausnutzung der innen- und außenpolitischen Schwachpunkte des aztekischen Reiches.

Zwei Welten prallten aufeinander, zwischen denen sich – nach anfänglich friedlichen Annäherungsversuchen – nichts Gemeinsames herstellen ließ. Die Entdeckung neuer Territorien lockte viele Abenteurer, verkrachte Existenzen und allerlei dubiose Taugenichtse an. Neben der Vorliebe zum Waffenhandwerk und dem Hang zum Abenteuerlichen war es die Gier nach Gold und reicher Beute, und viele ließen sich von den fantastischen Schilderungen der Reichtümer Amerikas verleiten, um sich mit dem Rest ihres Vermögens und unter Einsatz des eigenen Lebens an einer Expedition in eines dieser Wunderländer beteiligen zu können. Die Expedition des Cortés war mit allerlei Glücksrittern gesegnet; die unbarmherzigen Begehrlichkeiten der Conquistadoren und ihre Fehleinschätzung aztekischer Todesverachtung führten schließlich zum Untergang Mexicos. Die Spanier wollten Reichtum, Beute und Landbesitz erwerben, den Eingeborenen aber auch voller Sendungsbewusstsein das Christentum bringen. Ihr Entsetzen angesichts der Menschenopfer war echt, ließ sie aber in einen kulturellen und zivilisatorischen Überlegenheitswahn fallen.


 

Was bisher geschah:

Im August 1519 brach Cortés mit 350 Soldaten von Villa Rica aus nach Tenochtitlán auf. Auf dem Weg dorthin gelang es Cortés, mit Übersetzungshilfe der von Mayas an die Spanier geschenkten aztekischen Sklavin Malintzin ‒ auch Malinche oder Marina genannt ‒ die Feinde der Azteken, darunter die Tlaxcalteken, auf seine Seite zu bringen. 

Moctezuma II., der Herrscher Tenochtitlán, soll die Ankunft von Cortés in Mexiko als die lang angekündigte Rückkehr des Gottes Quetzalcoatl interpretiert haben. Tatsächlich dürfte er die Hoffnung gehegt haben, Cortés durch Gastgeschenke von einem Vordringen bis zur Hauptstadt Tenochtitlán abzuhalten. Diese Geschenke und der damit repräsentierte Reichtum sowie die Unterstützung durch Tlaxcalteken und Totonaken hatten zur Folge, dass Cortés erst recht die legendäre Hauptstadt der Azteken erreichen wollte. Ein aztekischer Hinterhalt in der Vasallenstadt Cholula wurde durch die Spanier vorzeitig vereitelt. Das »Blutbad von Cholula« ging in die Geschichte ein.

Am 8. November 1519 kam es zu einem Treffen zwischen Cortés und Moctezuma II. Über den Verbindungsdamm der Stadt führte er Cortés als Gast in die Stadt und wurde im Palast von Moctezumas Vorgänger Axayácatl untergebracht.  

 

 

Die Tempelanlage von Tenochtitlán (Modell)

 

Die Befürchtung, in dieser Metropole eingeschlossen zu werden, veranlasste die Spanier, Moctezuma als Geisel zu nehmen.

Durch die Ankunft Pánfilo de Narváez in Villa Rica, der gesandt worden war um Cortés' Unbotmässigkeit gegen den Gouverneur von Kuba zu bestrafen, sah Cortés sich gezwungen ihm entgegen zu eilen und überließ Pedro de Alvarado für die Zeit seiner Abwesenheit das Kommando in Tenochtitlán. Cortés konnte Narváez überwältigen und gefangen nehmen.

Während seiner Abwesenheit richteten die Spanier ein Massaker unter dem aztekischen Adel an.

Hernán Cortés


Wie es weiter geht:

Als Cortés im Frühjahr 1520 wieder an die Atlantikküste zog, weil von Kuba aus ein Trupp mit der Aufgabe gelandet war, ihn festzunehmen, erhoben sich die Azteken gegen die in der Stadt verbliebenen Spanier. Nach seiner Rückkehr kam es zu Kämpfen zwischen Spaniern und Azteken, in deren Verlauf Moctezuma von seinen Landsleuten getötet wurde. Angesichts der aztekischen Übermacht sah Cortés keine andere Möglichkeit als die Flucht aus der Stadt. Der Versuch, in der Nacht zum 1. Juli 1520 aus Tenochtitlán zu entkommen, kostete fast drei Viertel der spanischen Soldaten das Leben und blieb als »Noche Triste«, als trostlose Nacht in Erinnerung.

Cortés' Truppen erholten sich in den folgenden Wochen. Während Cortés  dreizehn bewaffnete Segelschiffe bauen lies, wütete in Tenochtitlán eine Pockenepidemie, durch die gut sechzig Prozent der Bewohner der Stadt starben, darunter auch der neue König Cuitláuac. Sein Nachfolger Cuauhtémoc schaffte es nicht, den Abfall des Königs von Texcoco zu verhindern. Cortés liess seine Schiffe zu Wasser und belagerte die Stadt, zusammen mit den Tlaxcalteken und Kriegern aus Texcoco. In einer blutigen letzten Schlacht ging am 13. August 1521 das ehemals stolze und prächtige Aztekenreich unter, seine Schätze wurden geplündert, nach Spanien verschifft, um die ewigen Kriege Kaiser Karl V. zu finanzieren.

Cortés »verschenkte« Malitzin, seine treue Begleiterin, an einen nichtnutzigen Gefolgsmann. Karl V. ernannte Cortés für seine Verdienste zum Ritter vom Heiligen Jacob und zum Generalkapitän von Neuspanien und verlieh ihm zudem Titel und Besitzungen des Grafen Oaxaca. Cuauhtémoc, der letzte aztekische Herrscher, wurde 1525 hingerichtet.


Nicht die »grossen« Männer allein sind es, die Geschichte machen, sondern Geschichte entsteht aus dem Zusammenwirken vieler Einzelfaktoren. Das Werk hat gewaltige erzählerische Dimensionen und zeichnet sich durch Farbigkeit im Detail, realistische Schilderungen und psychologische Konsequenz aus.

Bernhard Kay, Herausgeber

 

*) Wir liefern die Texte im PDF-Format, sie können komplett,
    kapitelweise oder als einzelne Seiten ausgedruckt werden.
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    Klicken Sie hier für die PDF-Textausgabe

Im Archiv: Der Nopalbaum 1. bis 3. Teil <----- Klick hier zum Archiv

 

 

 


 

Anhänge zu Der Nopalbaum

Karte 1:  Weg der Conquistadoren 1519
Karte 2:  Die Lage von Tenochtitlán
Karte 3:  
Tenochtitlán um 1520

 

Zeittafel

Glossar und Namensverzeichnis

 

 

 

Archiv: 
Der Nopalbaum, 1. Teil:
«Nach Mexico»

Der Nopalbaum, 2. Teil:
Das Gemetzel von Cholula

Der Nopalbaum, 3. Teil:
Das Ende von Tenochtitlán

 


Die nächste Ausgabe der »kompassrosen« lesen Sie hier am 1. März 2012.

 

Schiffe auf See, Ausschnitt aus einem Gemälde 1532

 

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