Windrose 1547

 

 

  Woher der Name
       
«kompassrosen»?

 

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11. Jahrgang.                                            Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2010

 

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Beiträge zur Geschichte der Seefahrt

In dieser Ausgabe:

 

Japan als Seemacht (1): Als die ersten europäischen Kriegsflotten im Fernen Osten eintrafen, waren Seekriege unter den dortigen Mächten nicht unbekannt. Wie England, so war auch das insulare Japan früh das Ziel von asiatischen  Kontinentalmächten, die sich über See auszubreiten versuchten. Im Jahre 1273 und wieder 1279 hatte Kublai Khan von Korea und China aus versucht, nach Japan einzufallen. Japan hätte als große Handelsnation mit geographischen Vorteilen das »Großbritannien des Fernen Ostens« werden können. Stattdessen zog es vor, den Handel abzuschrecken und fremden Einfluss jeder Art auszuschließen. Für 250 Jahre umgab ein Bambusvorhang Japan. Erst die Westmächte brachen schließlich durch den japanischen Bambusvorhang und zeigten den Japanern, die diesmal weit besser für diese Rolle ausgerüstet waren, den Weg zu Eroberungen. Die strategischen Probleme, die Japan nach 1870 vor sich sah, glichen in vieler Hinsicht denen Großbritanniens. Beide waren Inselnationen, den Kontinenten vorgelagert. Japan war gegenüber Russland und China in einer gefährlichen Lage, und was Japan am meisten zu fürchten hatte, war Chinas Aufstieg zur Seemacht und Russlands Suche nach eisfreien Häfen.

 

Die Seemächte  im 17. und 18. Jahrhundert (3. Teil): Der Siebenjährige Krieg, Quebec-Feldzug. Der Siebenjährige Krieg ist häufig nur als Auseinandersetzung zwischen Friedrich von Preußen und Maria Theresia von Österreich unter der Bezeichnung »Dritter Schlesischer Krieg« bekannt. In Wirklichkeit war er ein Weltkrieg, der in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, der Karibik sowie auf den Weltmeeren ausgefochten wurde. Für Großbritannien und Frankreich ging es hierbei auch um die Herrschaft in Nordamerika und Indien.

 

Tradition: Shanties. Shanties, in welcher Form auch immer, sind allgemein bekannt. Sie waren Arbeitslieder und wurden ursprünglich auf den Segelschiffen bei bestimmten Tätigkeiten gesungen. Shanties haben viel mit den Liedern gemeinsam, die die Farbigen, vor allem die Baumwollstauer in den Südhäfen der USA, sangen. Manches Lied wurde später als Shanty auf den Tiefwasserseglern heimisch. Sie entstanden aus einem Bedürfnis nach Erleichterung der Arbeit.

 

Arabischer Ursprung europäischer Karten, von Prof. Dr. Fuat Sezgin: Mit der Annahme der Kugelform der Erde im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., dem ersten Versuch der Erdmessung im 3. Jahrhundert v. Chr und der Übertragung der babylonischen Einteilung des Sternenhimmels in 360 º im Großkreis auf die Erde, schufen die Griechen die Grundlagen für ein mathematisches Erfassen der bekannten Erdoberfläche. Das geometrische Bild der Erde trat langsam aus dem Nebel der Unwissenheit hervor. Die kartographische Leistung des Marinos und die Geographie des Ptolemaios erreichten den arabisch-islamischen Kulturkreis zu Beginn des 9. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als sich dieser nicht nur vom Atlantik bis nach Indien erstreckte, sondern in der auch seine Angehörigen bei der Aneignung der von anderen Kulturvölkern übernommenen Wissenschaften bereits an der Schwelle ihrer Kreativitätsperiode standen. Der Kalif al-Ma'mūn, der alle Gebiete der Wissenschaften seiner Zeit förderte, erteilte einer großen Gruppe von Gelehrten den Auftrag, eine neue »Geographie« und eine Weltkarte zu schaffen.

 

Bücher:

Kamila Shamsie: Verglühte Schatten. Roman. Aus dem Englischen von Ulrike Thiesmeyer. Verlag Bloomsbury, Berlin 2009. 477 S., Fr. 37.90. -- Bereits das erste Bild im Prolog zu Kamila Shamsies neuem Roman «Verglühte Schatten» brennt sich einem in die Retina: Ein Mann - seinen Namen, seine Herkunft, sein Alter kennen wir nicht - wird entkleidet und in den orangeroten Overall gesteckt, der ihn sofort als Insassen von Guantanamo und damit als islamistischen Terroristen kenntlich macht. Mit dieser Szene aber ist man schon mittendrin: zum einen in der von ihrem Ende her rekonstruierten Geschichte eines Mannes, der selber nicht versteht, wie es so weit kommen konnte; zum anderen in der grundlegenden Frage, nach welch fatalen Mustern die Wahrnehmung des Anderen funktioniert.

 

Ilija Trojanow, Ranjit Hoskoté: Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen. Übersetzt von Heike Schlatterer. Taschenbuch, Broschur, 240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, München 2009, ISBN: 978-3-453-60095-9, € 8,95 [D], € 9,20 [A], CHF 16,90. -- Der Kampf der Kulturen findet nicht statt! Von allen Schlagworten, die seit dem Ende des Kalten Krieges die Welt zu erklären versuchen, ist das vom KAMPF DER KULTUREN das prägnanteste und zugleich verheerendste. Mit ihm wurden weltweit neue Feindbilder geschaffen und Konflikte geschürt. Bestsellerautor Ilija Trojanow und der indische Dichter und Kulturkritiker Ranjit Hoskote entlarven die Unsinnigkeit dieser These.

 

Armin Wolf: »Homers Reise«. Auf den Spuren des Odysseus. Böhlau Verlag, Köln 2009. 410 S., Abb., geb., 34,90 €.-- Welche Art von Wirklichkeit oder gar Wahrheit die homerischen Epen in sich bergen, ist seit der Antike umstritten. Zuletzt stand dabei die „Ilias“ im Mittelpunkt, die Frage nach der Größe des bronzezeitlichen Troja, nach dem historischen Kontext der Schilderungen und der Heimat des Dichters. Der räumliche Horizont der Debatte blieb notwendig beschränkt, es geht um den nordwestlichen beziehungsweise den südöstlichen Rand Anatoliens. Doch die frühe griechische Welt war viel größer und der »Ilias«-Dichter kannte nur einen kleinen Teil von ihr. Da kommt »Homers Reise« gerade recht. Der gelernte Mittelalterhistoriker Armin Wolf hat vor über vierzig Jahren zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Hans-Helmut, einem Architekten, den »Weg des Odysseus« zu rekonstruieren versucht, über mehrere Bearbeitungen entstand schließlich die vorliegende, stark überarbeitete Neuausgabe

 

Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums, Band X-XII, Mathematische Geographie und Kartographie im Islam und ihr Fortleben im Abendland, Historische Darstellung und Kartenband, erschienen im April 2000. Bestelladresse: Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Westendstrasse 89, 60325 Frankfurt am Main, Gesamtpreis für Abonnenten Euro 250; Gesamtpreis im Buchhandel Euro 370.

 

Zu guter Letzt:  Die toten Feuerländer treten ihre letzte Reise an«, von  Benno Gasser, Redaktor, Tages-Anzeiger, Zürich: 1882 starben in Zürich fünf Chilenen, die Teil einer Völkerschau waren. Die sterblichen Überreste werden nun in ihre Heimat überführt. Sie wurden 1882 nach Zürich gebracht, um im Plattentheater am Zürichberg die Leute zu unterhalten.

 

Die nächste Ausgabe der »kompassrosen« lesen Sie hier am 1. November 2010

 

Schiffe auf See, Ausschnitt aus einem Gemälde 1532

 

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