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Der Nopalbaum, 3. Teil
Abstract:
Die spanische Eroberung Mexikos (1519–1521) führte
zum Untergang des Reiches der
Azteken
und begründete die Herrschaft der
Spanier
über
Mittelamerika.
Entscheidend für den Erfolg der Spanier waren dabei ihre
überlegene Waffentechnik, die Anfälligkeit der
indigenen Bevölkerung
für die von den Eroberern eingeschleppten Krankheiten und die
Ausnutzung der innen- und außenpolitischen Schwachpunkte des
aztekischen Reiches.
Zwei
Welten prallten aufeinander,
zwischen denen sich – nach anfänglich friedlichen
Annäherungsversuchen – nichts Gemeinsames herstellen ließ.
Die Entdeckung neuer Territorien
lockte viele Abenteurer, verkrachte Existenzen und allerlei dubiose
Taugenichtse an. Neben der Vorliebe zum Waffenhandwerk und dem Hang
zum Abenteuerlichen war es die Gier nach Gold und reicher Beute, und
viele ließen sich von den fantastischen Schilderungen der Reichtümer
Amerikas verleiten, um sich mit dem Rest ihres Vermögens und unter
Einsatz des eigenen Lebens an einer Expedition in eines dieser
Wunderländer beteiligen zu können. Die Expedition des Cortés war mit
allerlei Glücksrittern gesegnet; die unbarmherzigen Begehrlichkeiten
der Conquistadoren und ihre Fehleinschätzung aztekischer
Todesverachtung führten schließlich zum
Untergang Mexicos.
Die Spanier
wollten Reichtum, Beute und Landbesitz erwerben, den Eingeborenen
aber auch voller Sendungsbewusstsein das Christentum bringen. Ihr
Entsetzen angesichts der Menschenopfer war echt, ließ sie aber in
einen kulturellen und zivilisatorischen Überlegenheitswahn fallen.
Was bisher geschah:
Im August 1519 brach Cortés
mit 350 Soldaten von Villa Rica aus nach Tenochtitlán auf. Auf
dem Weg dorthin gelang es Cortés, mit Übersetzungshilfe der von
Mayas an die Spanier geschenkten
aztekischen Sklavin Malintzin ‒ auch Malinche oder Marina genannt
‒ die Feinde
der Azteken, darunter die Tlaxcalteken, auf seine Seite zu
bringen.
Moctezuma II., der Herrscher
Tenochtitlán, soll die Ankunft von Cortés in Mexiko als die lang
angekündigte Rückkehr des Gottes Quetzalcoatl interpretiert
haben. Tatsächlich dürfte er die Hoffnung gehegt haben, Cortés
durch Gastgeschenke von einem Vordringen bis zur Hauptstadt
Tenochtitlán abzuhalten. Diese Geschenke und der damit
repräsentierte Reichtum sowie die Unterstützung durch
Tlaxcalteken und Totonaken hatten zur Folge, dass Cortés erst
recht die legendäre Hauptstadt der Azteken erreichen wollte. Ein
aztekischer Hinterhalt in der Vasallenstadt Cholula wurde durch
die Spanier vorzeitig
vereitelt. Das »Blutbad von Cholula« ging in die Geschichte ein.
Am 8.
November 1519 kam es zu
einem Treffen zwischen
Cortés und Moctezuma II. Über den
Verbindungsdamm der Stadt führte er Cortés als Gast in die Stadt
und wurde im Palast von Moctezumas Vorgänger Axayácatl
untergebracht.

Die Tempelanlage von
Tenochtitlán (Modell)
Die Befürchtung,
in dieser
Metropole eingeschlossen zu werden, veranlasste die Spanier, Moctezuma
als Geisel zu nehmen.
Durch die Ankunft Pánfilo de Narváez
in Villa Rica, der gesandt worden war um Cortés' Unbotmässigkeit
gegen den Gouverneur von Kuba zu
bestrafen, sah Cortés sich gezwungen ihm entgegen zu eilen und
überließ Pedro de
Alvarado für die Zeit seiner Abwesenheit das Kommando in
Tenochtitlán. Cortés konnte Narváez überwältigen und gefangen
nehmen.
Während seiner Abwesenheit
richteten die Spanier ein Massaker unter dem aztekischen Adel
an.
Hernán Cortés
Wie
es weiter geht:
Als Cortés im Frühjahr 1520
wieder an die Atlantikküste zog, weil von Kuba aus ein Trupp mit
der Aufgabe gelandet war, ihn festzunehmen, erhoben sich die
Azteken gegen die in der Stadt verbliebenen Spanier. Nach seiner
Rückkehr kam es zu Kämpfen zwischen Spaniern und Azteken, in
deren Verlauf Moctezuma von seinen Landsleuten getötet wurde.
Angesichts der aztekischen Übermacht sah Cortés keine andere
Möglichkeit als die Flucht aus der Stadt. Der Versuch, in der
Nacht zum 1. Juli 1520 aus Tenochtitlán zu entkommen, kostete
fast drei Viertel der spanischen Soldaten das Leben und blieb
als »Noche Triste«, als trostlose Nacht in Erinnerung.
Cortés' Truppen erholten sich
in den folgenden Wochen. Während Cortés dreizehn
bewaffnete Segelschiffe bauen lies, wütete in Tenochtitlán eine
Pockenepidemie, durch die gut sechzig Prozent der Bewohner der
Stadt starben, darunter auch der neue König Cuitláuac. Sein
Nachfolger Cuauhtémoc schaffte es nicht, den Abfall des Königs
von Texcoco zu verhindern. Cortés liess seine Schiffe zu Wasser
und belagerte die Stadt, zusammen mit den Tlaxcalteken und
Kriegern aus Texcoco. In einer blutigen letzten Schlacht ging am
13. August 1521 das ehemals stolze und prächtige Aztekenreich
unter, seine Schätze wurden geplündert, nach Spanien verschifft,
um die ewigen Kriege Kaiser Karl V. zu finanzieren.
Cortés »verschenkte« Malitzin,
seine treue Begleiterin, an einen nichtnutzigen Gefolgsmann.
Karl V. ernannte Cortés für
seine Verdienste zum Ritter vom Heiligen Jacob und zum
Generalkapitän von Neuspanien und verlieh ihm zudem Titel und
Besitzungen des Grafen Oaxaca. Cuauhtémoc, der letzte aztekische
Herrscher, wurde 1525 hingerichtet.
Nicht die »grossen« Männer allein sind es, die Geschichte machen, sondern Geschichte
entsteht aus dem Zusammenwirken vieler Einzelfaktoren.
Das Werk hat
gewaltige erzählerische Dimensionen und zeichnet sich durch
Farbigkeit im Detail, realistische Schilderungen und psychologische
Konsequenz aus.
Bernhard
Kay, Herausgeber
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Die nächste Ausgabe der »kompassrosen« lesen Sie hier am 1. März 2012.

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