Homepage              Ausgabe vom 1. Juli 2010 Freiwache  

 


 Windrose von 1587

 

 

 

 Wenn Sie den Mauszeiger auf eine Abbildung legen,
 erscheint eine Bildlegende.


 

 Arabischer Ursprung
 europäischer Karten

 

  von Prof. Dr. Fuat Sezgin *)


 

Das kartographische Bild der Erdoberfläche, das wir im 20. Jahrhundert vorgefunden haben, dürfte weitestgehende Exaktheit erreicht haben. Sein Wirklichkeitsgrad wurde jedoch noch nicht nachgeprüft. Erst jetzt wird es durch die sich parallel zum heutigen Weltbild entwickelnden Wissenschaften. namentlich durch die dank der Raumfahrttechnik ermöglichten Beobachtungen und Messungen, möglich sein, diese noch ausstehende Arbeit zu bewerkstelligen. Auch wenn uns Korrekturen nicht erspart bleiben, so werden sie doch die allgemeine Genauigkeit des bis­herigen Bildes, dieses gemeinsamen Erbes der Menschheit, nicht erschüttern. Den Vorzug dieser Erfahrung hatten unsere Vorgänger in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch nicht.

 

 

Abb. 1: Die im Auftrag des Kalifen al-Ma’mūn im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts geschaffene Weltkarte in einer Kopie aus dem Jahre 1340. Das Besondere daran ist, neben ihrer globularen Projektion, ein die Erdteile umschließender Ozean, der Afrika als umfahrbar erscheinen lässt und den Indischen Ozean, im Gegensatz zur ptolemaiischen Darstellung als Binnenmeer, als offenes Meer zeigt.

 

Abb. 1: Die im Auftrag des Kalifen al-Ma’mūn im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts geschaffene Weltkarte in einer Kopie aus dem Jahre 1340. Das Besondere daran ist, neben ihrer globularen Projektion, ein die Erdteile umschließender Ozean, der Afrika als umfahrbar erscheinen lässt und den Indischen Ozean, im Gegensatz zur ptolemaiischen Darstellung als Binnenmeer, als offenes Meer zeigt.

 

Die Aufgabe der noch jungen Disziplin Historiographie der Kartenkunst, die einzelnen Stufen der Entwicklung und die von unterschiedlichen Kulturkreisen geleisteten Beiträge einigermaßen der Wirklichkeit entsprechend darzustellen, ist ungemein schwierig. Wann und wo der erste Versuch unternommen wurde, einen Teil der Erdoberfläche von Menschenhand abzubilden, wird sicherlich für immer verborgen bleiben. Die Versuche der Babylonier und der alten Ägypter, ihre Vorstellung von der bewohnten Erde zu skizzieren, sind uns zum Glück bekannt. Auch ist bekannt, dass schon um das Jahr 530 v. Chr, der Karthager Hanno von seiner Heimatstadt aus bis in den inneren Golf von Guinea, etwa bis zum Äquator, vordringen konnte. Herodot erzählt von einer phönizischen Umsegelung Afrikas im Auftrag des Pharaos Necho (etwa 596–584 v. Chr.). Dieser Herrscher soll seinen Seefahrern den Befehl erteilt haben, vom Roten Meer aus südlich den Küsten entlang so weit zu segeln, bis sie die Säulen des Herakles kreuzen und durch das Mittelmeer nach Ägypten zurückkehren würden. Sie sollen den Auftrag innerhalb von drei Jahren ausgeführt haben.

 

 

Die ersten Ansätze der mathematischen Geographie
bei den Griechen

 

Mit der Annahme der Kugelform der Erde im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., dem ersten Versuch der Erdmessung im 3. Jahrhundert v. Chr und der Übertragung der babylonischen Einteilung des Sternenhimmels in 360° im Großkreis auf die Erde, schufen die Griechen die Grundlagen für ein mathematisches Erfassen der bekannten Erdoberfläche. Hinzu kam die Vorstellung von Längengraden im Sinne der Zeitdifferenz zwischen Orten durch gleichzeitige Beobachtung von Mondfinsternissen und der für die Ortsbestimmung grundlegende Satz von der Gleichheit der geographischen Breite eines Ortes und der Polhöhe.

 

Eine mathematisch-astronomisch fundierte Karte zu zeichnen, fand Hipparchos, einer der größten Astronomen der Griechen, im dritten Viertel des 2. Jahrhunderts v. Chr noch undurchführbar. Er sah die bis zu seiner Zeit erreichten kartographischen Leistungen der Geographie als verfrüht und verfehlt an und empfahl Geduld und die Sammlung ausreichend genauer Ortsbestimmungen. Der Entwurf einer Karte sei eine Aufgabe für die Zukunft, die erst nach einer von zahlreichen Gelehrten in verschiedenen Ländern geleisteten Vorarbeit erfüllt werden könne. Mit Sicherheit stand den Griechen eine Längendifferenz zur Verfügung: Sie war nach dem Verfahren der Beobachtung von Mondfinsternissen im Jahre 331 v.Chr. zwischen Karthago und Arbela ermittelt worden und ca. 11° zu groß.

 

 Abb. 2: Rekonstruktion der Weltkarte des Kalifen al-Ma'mūn noch den Daten des erhaltenen Koordinatenbuches eines der Ma'mūn-Geographen. Ein Vergleich mit der erhaltenen Karte (Abb. 1) zeigt, dass sie im Wesentlichen identisch sind und dass darüber hinaus die Rekonstruktion in mehreren Einzelheiten eine genauere Vorstellung vom verlorenen Original vermittelt als die durch mehrfaches Kopieren veränderte erhaltene Fassung.

 

 

 

 

 

Abb. 2: Rekonstruktion der Weltkarte des Kalifen al-Ma'mūn noch den Daten des erhaltenen Koordinatenbuches eines der Ma'mūn-Geographen. Ein Vergleich mit der erhaltenen Karte (Abb. 1) zeigt, dass sie im Wesentlichen identisch sind und dass darüber hinaus die Rekonstruktion in mehreren Einzelheiten eine genauere Vorstellung vom verlorenen Original vermittelt als die durch mehrfaches Kopieren veränderte erhaltene Fassung.

 

 

 

 

 

Im Laufe der Zeit gewonnene Breitengrade, bei Schifffahrten und vom römischen Heer vorgenommene Messungen zurückgelegter Strecken und anderweitig gewonnene Angaben in Routenbüchern führten in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n.Chr. zur Gestaltung einer Karte der bewohnten Welt in orthogonaler Projektion. Ihr Schöpfer hieß Marinos von Tyros. Zu Spuren seiner längst verlorenen Karte führt uns sein jüngerer Zeitgenosse Ptolemajos. Allem Anschein nach waren diese Karte und ihr Begleittext die alleinige Grundlage der ptolemaiischen Geographie. Wie wir erfahren, hatte Marinos der Karte der bewohnten Welt ein Gradnetz zugrunde gelegt, dessen Länge 225° betrug, also um etwa 80° bis 90° zu groß war. Sein Nachfolger Ptolemaios fühlte sich dazu berufen, an Hand der Daten und Gradangaben, die er dieser Karte der bewohnten Welt (vielleicht auch den beigefügten Teilkarten) und dem Begleittext entnommen hatte, ein Werk zusammenzustellen, das späteren Generationen zum Entwurf neuer Auflagen der Karte dienen sollte. Bei der Bearbeitung der Daten seines Vorgängers gewann er die Einsicht, dass die Streckenangaben, vor allem die ostwestlichen im Sinne der Längengrade, zu groß geraten sind. Er hat daher die Asien betreffenden Teile systematisch proportional verkleinert. Unter Beibehaltung der Länge der großen Achse des Mittelmeeres von 63° (circa 21° zu groß) hat er die Länge der bewohnten Welt auf 180° (immer noch circa 40° zu groß) reduziert. Allem Anschein nach hat Ptolemaios seinem Werk keine Karte beigefügt. Es erstaunt, dass sein Text das Bild eines zusammenhängenden Festlandes vermittelt, in dem der nördliche Atlantik und der Indische Ozean als Binnenmeere erscheinen.

 

 

Abb. 3: Weltkarte aus der Geographie des Ptolemaios in einer Handschrift aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts, rekonstruiert von dem byzantinischen Gelehrten Maximos Planudes. Im Gegensatz zur Ma'mūn-Geographie (Abb. 1 und 2) werden hier noch der Indische Ozean und der nördliche Atlantik als Binnenmeere dargestellt.

 

Abb. 3: Weltkarte aus der Geographie des Ptolemaios in einer Handschrift aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts, rekonstruiert von dem byzantinischen Gelehrten Maximos Planudes. Im Gegensatz zur Ma'mūn-Geographie (Abb. 1 und 2) werden hier noch der Indische Ozean und der nördliche Atlantik als Binnenmeere dargestellt.

 

 

Die älteste bekannte Weltkarte mit einer

globularen Projektion

 

Die kartographische Leistung des Marinos und die Geographie des Ptolemaios erreichten den arabisch-islamischen Kulturkreis zu Beginn des 9. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als sich dieser nicht nur vom Atlantik bis nach Indien erstreckte, sondern in der auch seine Angehörigen bei der Aneignung der von anderen Kulturvölkern übernommenen Wissenschaften bereits an der Schwelle ihrer Kreativitätsperiode standen. Der Kalif al-Ma'mūn, der alle Gebiete der Wissenschaften seiner Zeit förderte, erteilte einer großen Gruppe von Gelehrten den Auftrag, eine neue »Geographie« und eine Weltkarte zu schaffen. Dass sich jene Gelehrten bei ihrer Aufgabe in erster Linie an die Leistungen ihrer griechischen Lehrmeister anzuschließen hatten, versteht sich von selbst. Von dem als Ergebnis dieses Auftrages geschaffenen Atlas und dem begleitenden geographischen Werk sind zum Glück einige Teile erhalten. Aus der Sicht der Geschichte der mathematischen Geographie und Kartographie ist von hervorragender Bedeutung, dass die Weltkarte der Ma'mūn-Geographen in einer Kopie aus dem Jahre 1340 in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wieder ans Tageslicht gekommen ist. Sie ist sicherlich eine durch mehrmaliges Abzeichnen ziemlich deformierte Kopie eines einst prachtvollen Originals (Abb. 1). Doch erweist sie sich dank einer erhaltenen Tabelle mit Koordinaten, die gleichzeitig aus der originalen Karte ausgezogen worden waren, als einmaliges kartographisches Monument: Sie trägt eine globulare Projektion. Sie zeigt eine um 15°–20° reduzierte westöstliche Ausdehnung der bewohnten Welt, gleichzeitig eine um 10° reduzierte Längsachse des Mittelmeers. Von großer Bedeutung ist ferner, dass die marinisch-ptolemaiische Vorstellung von einem zusammenhängenden Festland einer neuen Darstellung gewichen ist. Danach wird die bewohnte Welt von einem »Umfassenden Ozean« umschlossen, den seinerseits ein »Finsterer Ozean« umgibt. Der Atlantik und der Indische Ozean sind nicht mehr Binnenseen, sondern gehören zu den Teilen des Umfassenden Ozeans (Abb. 2).

 

Abb. 4: Schematische Darstellung der von al-Bīrūnī im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts vermessenen Strecken und astronomisch ermittelten Breiten zur Berechnung der Längengrade von circa 60 Orten zwischen Bagdad und Ghanzna.

 

 

Abb. 4: Schematische Darstellung der von al-Bīrūnī im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts vermessenen Strecken und astronomisch ermittelten Breiten zur Berechnung der Längengrade von circa 60 Orten zwischen Bagdad und Ghanzna.

 

 

 

 

 

Die Bemühungen der Griechen um eine genaue kartographische Darstellung der Erdoberfläche und die zu diesem Zweck verwendeten mathematisch-astronomischen Hilfsmittel, die bei Marinos und Ptolemaios (Abb. 3) ihren Höhepunkt erreicht hatten und gleichzeitig an die Grenze ihrer Entwicklungsmöglichkeiten im eigenen Kulturkreis gestoßen waren, gelangten mit der Arbeit der Geographen des Kalifen al-Ma’mūn in eine neue Periode der Evolution, deren jüngste Stufe wir in unserer Zeit miterleben. Die Erscheinungen einer ununterbrochen fortlaufenden Entwicklung, die sich mir erschlossen haben, habe ich in meinem kürzlich erschienenen Buch Mathematische Geographie und Kartographie im Islam und ihr Fortleben im Abendland (Band X-XII meiner Geschichte des arabischen Schrifttums) der Fachwelt zu vermitteln versucht. Auf einige der mir wesentlich erscheinenden Punkte dieses Entwicklungsganges möchte ich im Folgenden hinweisen.

 

Abb. 5: Weltkarte von al-Idrīsī (verfasst 1154), Kopie von 1500. Die Karte geht im Großen und Ganzen auf die Ma'mūn-Karte (Abb. 1 und 2) zurück. Auffallend ist die wesentlich verbesserte Darstellung Nord- und Nordostasiens, die auf die späteren europäischen Asienkarten jahrhundertelang bestimmend gewirkt hat.

 

 

 

 

Abb. 5: Weltkarte von al-Idrīsī (verfasst 1154), Kopie von 1500. Die Karte geht im Großen und Ganzen auf die Ma'mūn-Karte (Abb. 1 und 2) zurück. Auffallend ist die wesentlich verbesserte Darstellung Nord- und Nordostasiens, die auf die späteren europäischen Asienkarten jahrhundertelang bestimmend gewirkt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausbau der mathematischen Geographie zu einer selbständigen Disziplin

 

Die in der islamischen Welt intensiv und mit wissenschaftlicher Akribie betriebene geographische Ortsbestimmung führte im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts zum Ausbau der mathematischen Geographie als selbständige Disziplin. Dieses Verdienst gebührt al-Bīrūnī, einem der bedeutendsten Gelehrten des arabisch-islamischen Kulturkreises. Er unternahm den in der Geographie-Geschichte einmaligen Versuch, die Längen- und Breitengrade der zwischen Ghazna (im heutigen Afghanistan) und Bagdad liegenden wichtigen Orte (in einem Umkreis von zweimal zirka 2000 km) auf der Basis astronomischer Beobachtung, Vermessung von Strecken und der Anwendung der Regeln der sphärischen Trigonometrie zu bestimmen (Abb. 4). Die an den heutigen Werten gemessenen Fehler der von ihm erzielten Längenangaben von etwa 60 Orten liegen zwischen nur 6 und 40 Minuten. Seine Daten wurden zur Grundlage einer im östlichen Teil der islamischen Welt jahrhundertelang kontinuierlich durchgeführten Ortsbestimmung.

Die im westlich von Bagdad liegenden Teil der islamischen Welt geleisteten weiteren Korrekturen an den Längengraden führten schon in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts zur Reduzierung der westöstlichen Achse des Mittelmeeres auf 44° bis 45° (heute 42°) und als Folge davon zu einer Verlegung des Nullmeridians in den Atlantik bei 17°30" westlich der Kanarischen Inseln bzw. 28°30' westlich von Toledo.

 

Abb. 6: Die älteste bekannte europäische Imitation der Weltkarten der Ma'mūn-Geographen (Abb. 1 und 2) und al-ldrīsī's (Abb. 5), erhalten in dem enzyklopädischen Werk Tresor von Brunetto Latini (um 1265), wobei zwischen dem Text des Buches und der Karte als exotischem Fremdkörper keinerlei Beziehung besteht.

 

Abb. 6: Die älteste bekannte europäische Imitation der Weltkarten der Ma'mūn-Geographen (Abb. 1 und 2) und al-ldrīsī's (Abb. 5), erhalten in dem enzyklopädischen Werk Tresor von Brunetto Latini (um 1265), wobei zwischen dem Text des Buches und der Karte als exotischem Fremdkörper keinerlei Beziehung besteht.

 

 

 

Die ersten arabischen Karten in Europa

 

Es sind einige arabische und europäische Karten erhalten, die uns die von der Ma'mūn-Geographie ausgegangene Nachwirkung verraten. Dazu gehören die Welt- und Teilkarten des Geographen al-ldrīsī (Abb. 5) aus dem Jahre 1154. Die Karten und das geographische Werk dieses aus Ceuta stammenden Adligen, die er in Sizilien im Auftrag des Normannenkönigs Roger II. geschaffen hat, zeigen eine weitgehende Anlehnung an die Karten der Ma'mūn-Geographen, aber auch eine nicht unwesentliche Erweiterung und Verbesserung in Bezug auf das Mittelmeer sowie insbesondere auf Nordost-, Ost- und Zentralasien. Es ist eine in der Kartographie-Geschichte nicht gebührend berücksichtigte Tatsache, dass im südwesteuropäischen Raum um 1265 eine Weltkarte entstanden ist, die sich mit den zeitgenössischen europäischen kartographischen Darstellungen überhaupt nicht im Einklang befindet, sondern eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Weltkarten der Ma'mūn-Geographen und al-Idrīsī's aufweist (Abb. 6).

 

 

 

 

Abb. 7: Weltkarte von Marino Sanuto - Petrus Vesconte (um 1320), eine in den Grundzügen und in Details deutlich erkennbare Imitation der Weltkarte von al-Idrīsī (Abb. 5).

 

 

 

 

 

Abb. 7: Weltkarte von Marino Sanuto - Petrus Vesconte (um 1320), eine in den Grundzügen und in Details deutlich erkennbare Imitation der Weltkarte von al-Idrīsī (Abb. 5).

 

 

 

 

 

Etwa ein Dritteljahrhundert danach, um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert, trat eine Reihe von Karten zutage, die die Formen von Mittelmeer und Schwarzem Meer fast korrekt wiedergeben. Sie wurden, nicht ganz zutreffend, von Kartographie-Historikern Portolankarten genannt. Die Frage ihrer Entstehung wird seit etwa 150 Jahren diskutiert. Nach einigen Gelehrten sollen sie plötzlich entstanden sein; ihre Urheber seien europäische Seefahrer gewesen. Einige weitere Kartographie-Historiker bringen sie mit verschiedenen älteren Kulturkreisen in Verbindung. Joachim Lelewel (um 1850), der erste oder einer der ersten Gelehrten, die die Entstehungsfrage jener Karten diskutiert haben, war beim damaligen primitiven Stand der Kenntnis über die arabische Geographie davon überzeugt, dass jene Karten von der Karte und dem geographischen Werk al-Idrīsī's abhängen (Abb.7).

 

 

 

Entstehung eines neuen Kartentyps in Europa

 

Eine umfassende Behandlung dieser Frage im Lichte der Geschichte der mathematischen Geographie und Kartographie des arabisch-islamischen Kulturkreises zeigt, dass nicht nur jene sogenannten Portolankarten, sondern auch die europäischen Welt- und Teilkarten, die kurz danach zu erscheinen begannen, bis ins 18. Jahrhundert hinein direkt oder indirekt mit Vorlagen aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis zu tun haben. In der kartographiehistonschen Forschung wurde sowohl die Entstehung der sogenannten Portolankarten, als auch die im Laufe der folgenden Zeit auf den Welt- und Teilkarten erscheinenden Darstellungen von Asien und Afrika, statt in einem großen Zusammenhang, immer nur isoliert für sich, als einzelne Fragen, und in fast totaler Unkenntnis der mathematischen Geographie und Kartographie des arabisch-islamischen Kulturkreises behandelt. Während die Frage der Entstehung der Portolankarten als ungelöstes Rätsel betrachtet wird, erklärt man die auf den Welt- und Teilkarten zum ersten Mal auftretenden bedeutenden neuen Teile der bewohnten Welt und deren topographische Elemente als Leistungen europäischer Kartenmacher, die sie dank Erkundungen von Reisenden und ihrer Reiseberichte erbracht hätten. Nach dieser Vorstellung soll beispielsweise ein in Venedig; in Genua oder auf Mallorca ansässiger Kartenmacher in der Lage gewesen sein, die fast perfekten Konfigurationen des Kaspischen Meeres, der Indischen Halbinsel oder auch eines relativ kleinen Sees wie des Urmiasees nur auf Grund von Reiseberichten oder Erkundungen von Reisenden zu zeichnen. Schreibt man damit einem Kartenmacher nicht eine übermenschliche Fähigkeit zu, erwartet man von ihm nicht eine Leistung, die er gar nicht erbringen konnte? Wäre es nicht akzeptabler und logischer daran zu denken, dass diesem oder jenem Kartenmacher eine Karte in die Hand gekommen ist, die vor Ort entstanden ist und die dort nur im Verlaufe von Jahrhunderten als Resultat der Arbeit mehrerer Generationen geschaffen werden konnte?

 

 

 

Einfluß der ptolemaiischen Geographie auf die
Kartographie in Europa

 

Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts kam durch den Druck der lateinischen Übersetzung der ptolemaiischen Geographie eine neue Strömung in die europäische Kartographie. Es gelangten zahlreiche Karten unter dem latinisierten Namen Ptolemäus in Umlauf, die mit dem Inhalt seiner Geographie nicht in vollem Einklang standen (Abb. 8). Diese und sich daran anlehnende Weltkarten, die im Laufe von etwa 50 Jahren entstanden, waren von Gradnetzen überzogen, auf denen die Länge des Mittelmeeres beispielsweise 63° betrug und die Südspitze der Indischen Halbinsel bei 125° lag. Während sich dieses »ptolemäische« Gradnetz auf einigen Weltkarten bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts und noch einige Jahre danach halten konnte, musste es auf den meisten Weltkarten seit circa 1510 bei den erwähnten Dimensionen dem Gradnetz der ma'mūnischen Weltkarte weichen, worin die Länge des Mittelmeeres 52° oder 53° und der Längengrad der Südspitze Indiens 115° betrug.

 

 

Oben Abb. 8: Pseudo-ptolemaiische Weltkarte aus Ptolemaios Geographie, Straßburg 1513. Afrika erscheint in nahezu perfekter Form, wogegen Südostasien sehr altertümlich dargestellt ist und an die Ma’mun-Geographie (Abb. 1 und 2) erinnert. Beides ist mit dem ptolemaiischen Weltbild nicht zu vereinbaren.

 

Oben Abb. 8: Pseudo-ptolemaiische Weltkarte aus Ptolemaios Geographie, Straßburg 1513. Afrika erscheint in nahezu perfekter Form, wogegen Südostasien sehr altertümlich dargestellt ist und an die Ma’mun-Geographie (Abb. 1 und 2) erinnert. Beides ist mit dem ptolemaiischen Weltbild nicht zu vereinbaren.

 

Unten Abb. 9: Asienkarte von Abraham Ortelius (Antwerpen 1567), als neue Redaktion der Gastaldi-Karte veröffentlicht. In der rechten unteren Ecke merkt Ortelius an, Gastaldi habe diese Karte in arabischer Tradition ausgeführt.

 

Unten Abb. 9: Asienkarte von Abraham Ortelius (Antwerpen 1567), als neue Redaktion der Gastaldi-Karte veröffentlicht. In der rechten unteren Ecke merkt Ortelius an, Gastaldi habe diese Karte in arabischer Tradition ausgeführt.

 

 

 

Bruch mit der ptolemaiischen Geographie

 

Eine schlagartige Wirkung hatte die in den Jahren 1560 und 1561 von Giacomo Gastaldi vorgelegte dreiteilige Asienkarte und seine neue Weltkarte. Dieser italienische Ingenieur und Kartograph, der sich etwa 30 Jahre lang dem Zeichnen »ptolemäischer« Karten gewidmet hatte, veröffentlichte nun Karten völlig anderen Charakters, mit unterschiedlichem Gradnetz, anderen Konfigurationen, neuer Topographie und Toponomie. Wie und woher kam er dazu? Er selbst hat sich dazu nicht geäußert. Einige Jahre später veröffentlichten seine beiden Fachkollegen Abraham Ortelius (Abb. 9) und Gerard Mercator, die renommiertesten Kartographen der Zeit, Gastaldis Asienkarte mit gewissen Änderungen bzw. Erweiterungen in eigenen Redaktionen. Welche Kriterien hatten sie dafür anzunehmen, dass die Karte richtig war oder richtiger als die anderen? Woher stammten Gastaldis Koordinaten? Ortelius glaubte, hinter das Geheimnis gekommen zu sein. Er vermerkte auf der rechten unteren Ecke seiner Karte: »Hiermit bieten wir den geneigten Lesern eine neue Darstellung Asiens, die Jacobus Gastaldus, ein um die Geographie hoch verdienter Mann, gemäß der Tradition des arabischen Kosmographen Abu I-Fidā' angefertigt hat.« Hiermit meinte Ortelius das Buch der vergleichenden Koordinatentabellen des arabischen Geographen Abu I-Fidā' (gest. 1331), von dem der französische Orientalist Guillaume Postet im Jahre 1524 eine Handschrift von Istanbul nach Frankreich gebracht hatte. Das Buch beinhaltete zwar in der islamischen Welt längst veraltete, durch korrektere Werte ersetzte Koordinaten, in Europa jedoch wurde der Verfasser in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als neuer Ptolemaios gefeiert, die Bekanntschaft mit seinem Buch in den Worten: »venit divinamente in luce...« oder »coming divinely to light in our time« zum Ausdruck gebracht.

 

Oben Abb. 10: »Persien und Nachbargebiete«, von Adam Olearius im Jahre 1637 auf Grund von zwei arabischen Teilkarten zusammengefügt und in Lateinschrift übertragen, wie er es in seiner »Vermehrten Moscowitischen und Persianischen Reisebeschreibung« (Schleswig 1656, S. 434) deutlich zum Ausdruck bringt.

 

Oben Abb. 10: »Persien und Nachbargebiete«, von Adam Olearius im Jahre 1637 auf Grund von zwei arabischen Teilkarten zusammengefügt und in Lateinschrift übertragen, wie er es in seiner »Vermehrten Moscowitischen und Persianischen Reisebeschreibung« (Schleswig 1656, S. 434) deutlich zum Ausdruck bringt.

 

Unten Abb. 11: Karte von Indien und seinen Nachbargebieten, von dem Holländer Jan Huygen von Einschoten (1596) nach eigener Angabe aus einer orientalischen Vorlage in Lateinschrift übertragen. Topographie und Toponymie der Karte lassen keinen Zweifel daran, dass diese Vorlage eine arabische Karte war.

 

Unten Abb. 11: Karte von Indien und seinen Nachbargebieten, von dem Holländer Jan Huygen von Einschoten (1596) nach eigener Angabe aus einer orientalischen Vorlage in Lateinschrift übertragen. Topographie und Toponymie der Karte lassen keinen Zweifel daran, dass diese Vorlage eine arabische Karte war.

 

 

In Wirklichkeit hätten weder die Koordinaten des Buches von Abu I-Fidā ausgereicht, die Konfiguration der Gastaldikarte zu entwerfen, noch befand sich die Karte im Einklang mit den Angaben des Buches. Nach meiner Meinung müssen Gastaldi eine Übersichtskarte oder einige Teilkarten aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis als Vorlage gedient haben. Wie sachgemäßer jene verwendet hat, ist eine Frage für sich. Nicht nur die unrichtige Erklärung, die Ortelius für die Entstehung der Gastaldikarte gegeben hat, erlaubt die Schlussfolgerung, dass jene Geographen, die die führenden Vertreter des Faches zu ihrer Zeit in Europa waren, sich nicht darüber im klaren waren, wie ihre Vorlagen entstanden sind und woher sie stammten, abgesehen davon, dass sie nicht wussten, besser gesagt, nicht hätten wissen können, welche der ihnen bekannten Vorlagen der Wirklichkeit am besten entsprach. Ein Kartograph fertigte eine Karte an, aus eigenem Interesse, zu kommerziellem Zweck oder als Folge eines Auftrages, nach einer zufällig zur Verfügung stehenden oder ästhetisch besonders ansprechenden oder auch nach einer aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis jüngst hereingekommenen Vorlage. Die Auswahl war beliebig, Zur Arbeitsweise eines europäischen Kartographen vom 14. bis ins 18. Jahrhundert gehörte es auch, dass er es wagte, eine ihm bekannt gewordene Teilkarte in eine Übersichtskarte oder Weltkarte einzuarbeiten, ohne den Richtigkeitsgrad seines Tuns beurteilen zu können. Die Kartographie-Geschichte des Kaspischen Meeres liefert uns dafür ein interessantes Beispiel. Es erstaunt, dass das Kaspische Meer in fast perfekter Form, wie man sie im 13. Jahrhundert im arabisch-islamischen Kulturkreis erreicht hatte, seit dem 14. Jahrhundert auf Teilkarten in Europa zirkuliert, im 14. und 15. Jahrhundert mit weitgehender Genauigkeit auf europäischen Weltkarten erscheint, im 16. und 17. Jahrhundert dann (mit wenigen Ausnahmen) aus dem Blickfeld der Kartenmacher verschwindet, um im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts wieder zur Geltung zu kommen.

 

 

Abb. 12: »Abbildung des Persischen Reiches aus den Schriften der größten arabischen und persischen Geographen« von Adrian Reland (Amsterdam, 1705), einem der europäischen Kartographen, die ausdrücklich von ihren orientalischen Quellen sprechen. Der Grund dafür, dass der nördliche Teil des Kaspischen Meeres, der nicht zum Persischen Reich gehörte, auf dem Blatt fehlt, dürfte darin liegen, dass Reland eine persische Karte als Vorlage verwendet hat.

 

Abb. 12: »Abbildung des Persischen Reiches aus den Schriften der größten arabischen und persischen Geographen« von Adrian Reland (Amsterdam, 1705), einem der europäischen Kartographen, die ausdrücklich von ihren orientalischen Quellen sprechen. Der Grund dafür, dass der nördliche Teil des Kaspischen Meeres, der nicht zum Persischen Reich gehörte, auf dem Blatt fehlt, dürfte darin liegen, dass Reland eine persische Karte als Vorlage verwendet hat.

 

 

Beziehung von Karten zu Koordinaten in Europa

 

Diese Feststellung ist eng mit dem Befund verbunden, dass die in Europa angefertigten Karten der alten Welt bis zum 18. Jahrhundert noch nicht nach Koordinaten entworfen waren, sondern durch zeichnerische Übertragung der jeweiligen Vorlagen in zugrunde gelegte Gradnetze eingepasst wurden. Zwar existierten im Abendland zahlreiche, aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis übernommene oder auch in Europa kompilierte Koordinatentabellen, doch blieben sie mit Ausnahme einiger Teile Europas ohne jegliche Wirkung auf die dort entstandenen Karten. Der einzige uns bekannte Versuch, derjenige von Johannes Kepler, zwischen den Koordinaten der ihm bekannten Tabellen und der Darstellung der alten Welt eine Verbindung herzustellen, ist gescheitert. Allem Anschein nach war Wilhelm Schickard in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts der erste Gelehrte, der zu der Ansicht gelangte, dass die in Europa zirkulierenden Karten der alten Welt, namentlich im Hinblick auf Asien und Afrika, sehr fehlerhaft seien und dass er eine korrektere Karte auf Grund arabischer Ortstabellen und nach Angaben in arabischen geographischen Werken entwerfen könne. Es ist meiner Ansicht nach in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam was der holländische Geograph Willem Janszoon Blaeu im Jahre 1634 an Schickard schrieb: »Was du über die Länge zwischen Alexandria und Rom bemerkt hast, so habe ich nach den Beobachtungen unserer Landsleute immer gemeint, dass es so sei, dass in der Tat ganz Europa zu lang dargestellt wurde«.

 

Die langjährigen Bemühungen Schickards, die Koordinaten des Tabellenwerkes von Abu l-Fidā' kennenzulernen, um dann mit Benutzung weiterer arabischer geographischer Werke eine genauere Karte der alten Welt entwerfen zu können als die in Europa gängigen, zeigen, dass er nicht daran gedacht hat, es könne zweckmäßiger sein, aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis Karten zu besorgen und sie nach eigener Kompetenz zu veröffentlichen. Zweifellos wusste er so wenig wie seine Vorgänger und seine Nachfolger, wie und unter welchen Bedingungen die in Europa zirkulierenden Karten entstanden waren. Er hätte in der Tat nicht wissen können, dass diese ursprünglich auf Vorlagen aus der arabisch-islamischen Welt zurückgingen, die unterschiedlichen Entwicklungsstufen entstammten und Europa mehr zufällig durch mannigfaltige Kontakte bei Kriegen, durch Reisende und Seefahrer, durch die Kreuzzüge oder über Botschafter erreicht haben. Zwar gibt es ältere portugiesische, spanische, italienische oder holländische Quellen, die uns zu Spuren dieser Realität führen, doch gelangten sie bisher nicht in adäquater Weise ins Bewusstsein der Kartographiehistoriker oder wurden auch von diesen bisweilen willkürlich interpretiert und in den Bereich der Legende verwiesen.

 

 

Bewußte Übertragung arabischer Karten nach Europa

 

Die Periode der bewussten Übertragung von Karten aus dem arabisch islamischen Kulturkreis begann wenige Jahre nach dem erwähnten Versuch von Schickard. Nach unserer heutigen Kenntnis war der deutsche Gelehrte Adam Olearius der erste, der unzweideutig angab, Karten aus der arabischen Schrift ins Lateinische übertragen zu haben. Es handelte sich dabei um eine Karte von Persien und eine von Anatolien, welche ihm im Jahre 1637, während seines Aufenthaltes in Schemachia (im Kaukasus), zusammen mit weiteren Teilkarten bekannt geworden waren (Abb. 10). Diese Art der Übertragung von Karten aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis intensivierte sich in Paris zwischen circa 1650 und 1750 und ist damit dem Beginn der kreativen Periode der europäischen Kartographie verbunden. Dabei sehe ich ab von mehrmaligen deutlichen Angaben portugiesischer Seefahrer seit Vasco da Gama, dass sie arabische Karten oder Seekarten gesehen, gekapert, kopiert oder in ihre Heimat gebracht haben, und auch von dem Hinweis des holländischen Kartographen Jan Huygen van Linschoten (Abb. 11), er habe die unter seinem Namen bekannte Karte von Südwestasien und Indien aus einer einheimischen in seine Sprache übertragen.

 

Die Karten von Olearius, diejenigen der Pariser Schule und viele der vorangegangenen Weltkarten bis zum Jahre 1560 führen uns direkt oder indirekt zu einem ihnen zugrunde liegenden Gradnetz, dessen Nullmeridian 28°30' westlich von Toledo liegt, wie er ein halbes Jahrtausend früher in der islamischen Welt festgelegt worden war. Hätte man in der Kartographie-Geschichtsschreibung den darauf hindeutenden Spuren in den Gradnetzen der Karten von Adam Olearius, Nicolas Sanson, Adrian Reland (Abb. 12), Guillaume Delisle, Joseph-Nicolas Delisle (Abb. 13), Jean-Baptiste Bourguignon d'Anville, Emmanuel Bowen, Janes Rennell und anderen die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt und hätte man einige der in europäischen Sprachen zugänglichen Ortstabellen mit den entsprechenden erhaltenen Karten aus der arabisch-islamischen Welt verglichen, wären dem Fach viele vergebliche Mühen und fruchtlose Diskussionen erspart geblieben.

 

Abb. 13: Genaue osmanische Karte des Schwarzen Meeres, deren Nullmeridian nach arabisch-persischer Tradition 28°30 ' westlich von Toledo im Atlantik liegt. Die am Rand angegebenen Längen und Breiten beweisen, dass das Wasserbecken in der Wiedergabe durch die osmanischen Geographen fast perfekte Dimensionen erreicht hat. Der französische Kartograph G. Delisle bediente sich einer Kopie oder des Originals dieser Karte, die vor 1700 nach Paris gelangt war.

 

Abb. 13: Genaue osmanische Karte des Schwarzen Meeres, deren Nullmeridian nach arabisch-persischer Tradition 28°30 ' westlich von Toledo im Atlantik liegt. Die am Rand angegebenen Längen und Breiten beweisen, dass das Wasserbecken in der Wiedergabe durch die osmanischen Geographen fast perfekte Dimensionen erreicht hat. Der französische Kartograph G. Delisle bediente sich einer Kopie oder des Originals dieser Karte, die vor 1700 nach Paris gelangt war.

 


 

 

*) Fuat Sezgin (* 1924), türkischer Orientalist, Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Werke, Professor emeritus für Geschichte der Naturwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie Gründer und Leiter des Instituts für Geschichte der arabisch-islamischen Wissenschaften, gilt als Pionier der Erforschung der islamischen Wissenschaftskultur in arabischer Sprache. Mit seiner Geschichte des arabischen Schrifttums hat er ein internationales Ansehen genießendes Standardwerk geschaffen.

Die Redaktion der »kompassrose« dankt Herrn Prof. Dr. Sezgin für die Abdruckerlaubnis des äußerst interessanten und lehrreichen Artikels. – Beachten Sie bitte auch unsere Rubrik Bücher, wo wir auf ein weiteres Werk von Prof. Sezgin hinweisen: »Mathematische Geographie und Kartographie und ihr Fortleben im Abendland«.


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